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Battlefield 1 zu sexistisch? Keine Frauen im Multiplayer!

Während der E3 kam das Thema zum ersten mal auf, als eine ehemalige Mitarbeiterin von DICE, Sexismus bei der Auswahl der Spielbaren Charakteren unterstellt hat. Nun haben diverse Seiten und Youtube Kanäle das Thema aufgenommen. Wir haben uns mit dem Thema für auch auch mal näher befasst.

Während der E3 kam das Thema zum ersten mal auf, als eine ehemalige Mitarbeiterin von DICE Sexismus bei der Auswahl der Spielbaren Charakteren in Battlefield 1 unterstellt hat. Nun haben diverse Seiten und Youtube Kanäle das Thema aufgenommen. Wir haben uns mit dem Thema für euch auch einmal näher befasst.

Die ehemalige DICE-Programmiererin Amandine Coget hat während der E3 über Twitter verbreitet, dass DICE am Anfang geplant hatte spielbare Soldatinnen im Battlefield 1 Multiplayer zu integrieren. Getreu dem Motto: „Scheiß auf Realismus, wir fügen weibliche Soldatinnen ein, weil wir damit überfällig sind“. Doch diese Idee wurde während der Entwicklung mit der Begründung „Realismus“ wieder verworfen. Seltsam, nicht? Erst hü, dann hott.

Die Frage ist natürlich, wie sehr man einem ehemaligen Mitarbeiter glauben kann und warum dieser Ex-Mitarbeiter sich nun darüber so echauffiert. Aus Rache, weil man sich zu weit aus dem Fenster gelehnt hatte und gekündigt wurde? Wer weiß. Aber, gehen wir mal davon aus dass es so gelaufen ist: Dann kann man DICE keinen Fehler unterstellen, denn im ersten Weltkrieg hat (zumindest offiziell) keine nennenswerte Zahl an Frauen an der Kriegsfront gedient.

Ein paar Fakten zum 1. Weltkrieg

Der Youtuber „The Know“ kommt in seinem Video „Battlefield 1: 2 AUTHENTIC 4 WOMEN?“ mit Gründen wie „Aber Call of Duty: Ghosts, Black Ops 3 sowie Battlefront haben auch Frauen“ schießen dabei aber am Ziel vorbei, weil alle drei Spiele (noch) keinen realistischen Hintergrund haben.

(Foto: Süddeutsche Zeitung)

(Foto: Süddeutsche Zeitung)

Ja, es gab Frauen, die im Ersten Weltkrieg „gedient“ haben. Diese waren aber meistens entweder in Munitionsfabriken tätig oder arbeiteten als Krankenschwestern oder Seelsorgerinnen. Das einzige Bataillon, wo Frauen auch direkt an der Front im Ersten Weltkrieg gekämpft haben, hatten die Russen. Das freiwillige Frauen-Bataillon mit 5000 Frauen wurde 1917 für Propaganda gegründet, war aber für Propagandazwecke dermaßen mies, dass es innerhalb von einem Jahr wieder aufgelöst wurde.

Wenn man nun mathematisch vorgeht – laut der Enzyklopädie Erster Weltkrieg (2009) standen annähernd 70 Millionen Menschen unter Waffen, davon besagte 5000 russische Soldatinnen – so kamen in diesen 4 Kriegsjahren auf 14.000 kämpfenden männliche Soldaten eine einzige kämpfende Soldatin.  Frauen in den Battlefield 1 Multiplayer zu integrieren würde daher eine ungemein unrealistische Darstellung des Ersten Weltkriegs ergeben. NATÜRLICH behauptet aber niemand, dass Frauen für die Kriege unwichtig waren, denn es waren die Frauen, die beispielsweise für Munitionsnachschub gesorgt haben.

Frauen in dem Spiel zu spielbaren Charakteren im Multiplayer zu machen wäre ergo eine so große Beugung der Realität, dass man gleich Impuls-Waffen integrieren könnte und damit wäre der ganze Sinn und Zweck eines Shooters im ersten Weltkrieg dahin.

Realismus im Spiel? Sollte Grenzen haben

The Know führt weiter aus, dass man ja noch andere Sachen wie z.b, gut funktionierende Fallschirme und schnelle verlässliche Panzer hat. Das sei auch nicht realistisch. Realistisch wäre, wenn die Panzer genau so langsam wie in der Realität sind oder dass das Gewehr Ladehemmungen hat, weil Schlamm rein gekommen ist.

Natürlich wär das realistischer, doch dann kann man auch gleich Verdun spielen (wo im übrigen ebenfalls keine Frauenavatare zu finden sind). Es ist nun mal Battlefield. Das sind Gameplay-Mechaniken, die bei Battlefield exakt so funktionieren müssen, weil sie das Spiel schnell und zuverlässig machen und die Spieler bei Laune halten. Sie sind es so gewohnt. Dass Frauenbilder im Multiplayer nicht erwünscht sind, hat nichts mit Sexismus zu tun, sondern einfach damit, dass gewisse Dinge durchaus realistisch sein MÜSSEN. Und das ist ganz sicher eines: Die Story und die Umgebung des Spiels. Das sollte bei einem Thema wie den ersten Weltkrieg sehr nah an der Realität sein.

Meiner persönlichen Meinung nach ist dieses Thema nichts anderes wie der verzweifelte Ruf einer ehemaligen Mitarbeiterin nach Aufmerksamkeit. Wobei sie sich der No.1-Waffe der modernen Gesellschaft, dem „Sexismus“, bedient um ihren ehemaligen Arbeitgeber schlecht zu machen. Der Zeitraum für den Tweet ist dafür ein sehr guter Anhaltspunkt. Auch finde ich es mehr als Fragwürdig, dass Entwickler fast schon dazu genötigt werden, Frauen in jedem Spiel integrieren zu müssen, auch wenn sie, zeitgeschichtlich gesehen, darin keinen Platz haben.

Aber, einen interessanten Fakt gibt es dennoch: DICE verzichtet in Battlefield nicht ganz auf Frauen. Im Singleplayer wird eine Frau eine wichtige Rolle spielen, so ist dies in einem Interview bei den Kollegen von Eurogamer zu lesen.

See you on the Battlefield!

Quellen: Rags: Battlefield 1 is Sexist ApparentlyMNG: „Battlefield 1“ Coder explains sexist castingRussian Women`s Battalion

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Ein Kommentar

  1. Ich bin ganz deiner Meinung. Was bitte soll denn daran sexistisch sein, wenn es in einem Spiel keine weiblichen Spielfiguren gibt? Ich glaube, hier wird der Begriff wieder mal nur dazu verwendet, um Aufmerksamkeit zu bekommen, wie du ja schon angemerkt hast.
    Man könnte sich noch darüber streiten, ob hier die Gleichverteilung zu kurz kommt, aber für mich ist eine fehlende weibliche Spielfigur noch lange kein Sexismus.
    Und den meisten Spielerinnen und Spielern ist es im übrigen völlig egal, ob sie eine männliche oder eine weibliche Figur spielen. Ich bin auch für Abwechslung, aber wenn es in einem Spiel nur Männer gibt, dann ist es eben so.
    Un ich kann immer nur wieder sagen „Leute, es ist doch nur ein Spiel!!!!“ und wer das zu ernst nimmt, hat wohl sonst keine anderen Plrobleme.

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